Haus B.
Projekt: Haus B., energetische Sanierung
Auftraggeber: privat
Bearbeitung: Christian Ewald, Dipl.-Ing (FH), Architekt
Der hohe Energieverbrauch ihres Wohnhauses ließ die Besitzer nach Einsparmöglichkeiten suchen. Beheizt wird das Mitte der 1970er Jahre errichtete Einfamilienhaus über eine Ölheizung. Das Brauchwasser wird über eine im Keller stehenden Luftwärmepumpe erwärmt. Der Stromverbrauch überstieg den Verbrauch in einem Einfamilienhaus um mehr als das Zweifache.
Im Vorfeld der Sanierung wurde der energetische Ist-Zustand des Gebäudes untersucht. Zwei ältere Gefriertruhen wurden als Sofortmaßnahme gegen einen neuen Gefrierschrank getauscht. Ebenso wurde die überkommene Umwälzpumpe an der Ölheizung ausgewechselt. In dem Zusammenhang fiel zudem auf, dass die relativ neue Umwälzpumpe der Wärmepumpe auf Grund eines technischen Defekts kaum abschaltete. Nachdem auch diese erneuert worden war, hatte sich der Stromverbrauch um ein Drittel verringert.
Baulich wurden die zweifachverglasten Fenster und Schiebeelemente gegen dreifach verglaste Elemente getauscht. Was nach Aussage der Bewohner eine umgehend spürbare Erhöhung der Behaglichkeit in den Wohnräumen mit sich gebracht hat. Auf eine Außendämmung wurde verzichtet. Die aus der Bauzeit stammende Dachdämmung wurde erneuert und die Unterseite der Kellerdecke gedämmt. Damit das Haus auch während der Baumaßnahme bewohnt werden konnte, wurde die Dachdämmung von außen ausgetauscht. Das rechnete sich auch in finanzieller Hinsicht, weil die überalterten Dachsteinel in absehbarer Zeit sowieso hätten erneuert werden müssen.
Die bisherige Mineralwolle wurde durch eine Zellulosedämmung ersetzt. Zusätzlich wurde eine Aufdachdämmung aus Weichfaserplatten ausgeführt. Das höhere Gewicht der neuen Dämmung bringt gegenüber der vergleichsweise leichten Mineralwolle einen erheblich höheren sommerlichen Wärmeschutz mit sich. Das ausgebaute Dachgeschoss bleibt in den heißen Sommermonaten dadurch sehr viel länger angenehm kühl.
Um die Stromkosten weiter zu senken, wurden beide Dachflächen mit PV-Modulen belegt. Über den im Keller eingebauten Batteriespeicher kann der selbst erzeugte Strom auch in den Nachtstunden genutzt werden.